26 Feb 2013
Februar 26, 2013

Hausfinanzierung: Auf was Sie achten sollten

Da eine Hausfinanzierung automatisch eine langfristige Bindung mit sich bringt, und für die meisten Menschen die grösste Investition Ihres Lebens bedeutet, sollte man sich für diese wichtige Entscheidung genügend Zeit nehmen.

Denn bei einem Hausfinanzierungskredit handelt es sich normalerweise um eher hohe Kreditsummen die entsprechend hohe Kosten verursachen. Je mehr Eigenkapital in die Finanzierung des Eigenheims gebracht werden kann, desto günstiger wird der Kredit. Normalerweise fordern die Banken mindestens 20% Eigenkapital damit die restlichen 80% mittels eines Hypothekarkredits finanziert werden.

Es ist daher empfehlenswert ein Baubudget zu definieren, damit eine Finanzierung problemlos gewährleistet werden kann und böse Überraschungen vermieden werden. Denn nebst effektiven Kauf- oder Baukosten fallen auch wiederkehrende Kosten für den Unterhalt, Zinsen, Nebenkosten und Amortisationskosten an. Dies sollte nicht mehr als 1/3 Ihres Bruttoeinkommens ausmachen.

Hypothekarmodelle

Grundsätzlich werden zwei verschiedene Hypothekarmodelle zur Hausfinanzierung angeboten. Nämlich die Festhypothek mit fixem Zins und fixer Laufzeit oder die variable Hypothek mit unbeschränkter Laufzeit und variablem Zins. Praktisch kreieren jedoch viele Finanzinstitute Ihre eigenen Angebote sogenannte Libor-Hypotheken. Diese verbinden die beiden Standard-Modelle auf verschiedenste Arten und sind teilweise mit Absicherungen gegen ansteigende Zinssätze versehen. Aber sie lassen sich eher schlecht mit anderen Angeboten vergleichen, was nicht immer von Vorteil ist.

Festhypothek

Bei einer Festhypothek wird der Zinssatz über eine bestimmte Laufzeit bei Vertragsabschluss fest definiert. Marktübliche Laufzeiten für einen Festhypothek-Vertrag sind 2 bis 10 Jahre, jedoch bieten einzelne Banken Verträge bis 15 oder 20 Jahre an. Der Abschluss einer Festhypothek ist dann sinnvoll wenn ein Anstieg vom Zinsniveau während der Vertragsdauer prognostiziert wird oder wenn Sie wünschen, dass Ihre finanzielle Belastung über eine bestimmte Zeit immer gleich ausfällt.

Vorteil

Absicherung gegen steigende Zinssätze mit dem Resultat einer Budgetsicherheit. Denn Sie können so mit einer fixen Hypothekarzinsbelastung über die abgemachte Vertragsdauer rechnen.

Nachteil

Während der Vertragsdauer bleiben Sie  an den Satz der Festhypothek gebunden, auch wenn die Marktzinsen fallen. Sie können daher aus der Zinsanpassung keinen Profit schlagen.

Variable Hypothek

Bei einer variablen Hypothek ist die Vertragsdauer nicht fixiert und somit entsprechen die Kündigungsfristen den banküblichen Normen. Das Finanzierungsmodell der variablen Hypothek bietet grosse Flexibilität ist aber gleichzeitig auch die teuerste Variante der Hausfinanzierung. Denn der Zinssatz wird den aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. Dies bedeutet, dass der Hypothekarzins steigen als auch sinken kann. Der Abschluss einer variablen Hypothek ist für eine kurzfristige Finanzierung geeignet.

Vorteil

Sie können von allfällig sinkenden Zinssätzen profitieren und der Vertrag ist unter Einhaltung der Kündigungsfristen jederzeit kündbar.

Nachteil

Die Zinsbelastung ist mittelfristig weniger kalkulierbar, denn bei steigenden Kapitalmarktzinsen nimmt Ihre finanzielle Belastung automatisch zu.

Tipps für Ihre Hausfinanzierung

Damit bei der Vorbereitung Ihres Eigenheimkaufs nichts schief geht, haben wir für Sie hilfreiche Tipps zur sorgenfreien Hausfinanzierung zusammengestellt.

  • Gut informiert ist halb finanziert! Verschaffen Sie sich einen ersten Überblick über die verschiedenen Hypothekarmodelle.
  • Analysieren und vergleichen Sie die einzelnen Hypotheken-Angebote verschiedener Anbieter und vergessen Sie nicht, auch das Kleingedruckte wie Kündigungsfristen zu lesen.
  • Um eine für Sie passende Zinsstrategie zu wählen sollten Sie die Zinsentwicklungen schon einige Monate im Voraus beobachten.
  • Der Anteil Ihres Eigenkapitals sollte mindestens 20% des Kaufpreises betragen. Mittels einem Erbvorschuss, einer Schenkung oder einem Darlehen durch die Familie können Sie Ihr Eigenkapital aufbessern.
  • Die Kosten für Ihr Wohneigentum dürfen nicht mehr als 33% Ihres Bruttoeinkommens ausmachen.
  • Bei einer Finanzierung mittels Pensionskassen-Geldern oder der 3. Säule sollten Sie Vor- und Nachteile vorsichtig gegeneinander abwägen.
  • Beachten Sie bei Ihrer Budgetplanung, dass genügend Kapital für Unvorhergesehenes eingeplant wird.
  • Meistens werden zwei Hypotheken für die Hausfinanzierung abgeschlossen. Achten Sie, dass die 2. Hypothek bis zu Ihrer Pension amortisiert ist, damit Sie sich Ihr Eigenheim auch mit einer Rente finanzieren können.
  • Bei einer Finanzierung mittels Pensionskassen-Geldern oder der 3. Säule sollten Sie Vor- und Nachteile vorsichtig gegeneinander abwägen.